9. Dezember 2020

Heft #32

Von editorial team

Die Zeit  der Pandemie zwingt uns, sie zum Thema zu machen. Auch wenn es nicht direkt geschieht, so tritt doch bei jedem Schritt, jedem Atemzug ein zusätzliches Innehalten auf. Die staatsbürgerliche Zeit um uns herum ist eingefroren, die Künste versuchen ihren Weg zu einem verwirrten Publikum zu finden, das zwar arbeiten darf aber von jeder Art Genuss abgehalten wird. Inmitten der klaren Präferenzen der Gesellschaft, die wir aufgebaut haben, haust auch der Irrationalismus. Vom griechischen Ministerpräsidenten, der samt Ehefrau mitten im Lockdown in einem geschützten Waldgebiet Motorradsport treibt bis hin zu den Bewegungen, die Covid 19 leugnen, schaffen die täglichen Widersprüche eine Kultur des Misstrauens gegenüber den Institutionen. Vielleicht entgeht das geschriebene Wort durch seine Spezifität und sein eigenes Zeitmaß dieser Schwierigkeit, täuscht uns durch seine Stabilität und beschert uns einen Bezug zu einer Welt außerhalb des Regimes und der triefenden Angst, die die Krise unserer Epoche vorantreibt. Mit der 32. Ausgabe von Exantas versuchen wir, erneut den Spuren dieses verlorenen Gleichgewichts zu folgen. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.

Die Redaktion