9. Juni 2021

Heft #33

Von editorial team

Während  die Revolution zu Geschichte wird, verwandelt sich ein Teil von ihr beständig in Mythos. Und so werden wir zu Zeugen der „Aufsplitterung“ des Ereignisses, seiner Verzweigung ins jeweilige Bewusstsein jener, die es verändern. Manchmal müssen Dekaden oder Hunderte von Jahren vergehen, bevor wir wieder beginnen, – gegen den Strom schwimmend – den Weg zu den Quellen zu suchen. Selbst dann jedoch, wenn die Suche zaghaft die einschlägigen Felder eröffnet, wird die Reise in die Vergangenheit nicht einfacher, denn es ist unerträglich aufzugeben, was uns tradiert wurde, und noch schwieriger, unsere Existenz von einer „hehren“ Vergangenheit zu lösen. Diese eigentümliche „Entdeckung“ des Verfalls behindert nicht nur den Geschichtsforscher. Die Liebe zu einer „besseren“ Vergangenheit hindert uns oft, uns selbst zu lieben, uns befreit als Entitäten einer Welt neu zu denken, die nicht hinter uns, sondern vor uns liegt. Und wenn wir diesen Schritt schafften, würden wir vielleicht entdecken, dass unsere Größe nicht von der Höhe der Mauern bestimmt wird, die wir bauen, sondern von der Breite des Himmels, den wir teilen. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

Die Redaktion