10. Oktober 2022

Heft #35

Von editorial team

Jedes unserer Hefte bewegt sich auf einer verborgenen Linie. Jeder Satz, der geschrieben wird, jedes Wort, das übersetzt wird, deckt allmählich die Spur auf, welche unsere Zeit auf Zeiten hinterlässt, die veralten oder bereits seit langem alt geworden sind – die menschliche Seele, die sich in einer zunächst unbekannten Gegenwart konstituiert, schaut im Übrigen immer in alle Richtungen der Zeit. Heft 35 von Exantas stellt auf diese Weise einen Pakt des Bewusstseins dar. Wir haben einmal mehr versucht, uns mit der vielschichtigen Vergangenheit zu messen, ohne vor den schwierigen Zeitläuften flüchten zu wollen. Auf den sich kreuzenden Pfaden von Kunst und Geschichte zu wandeln, ohne Partei zu ergreifen. Die Diskussion über eine solidarische Zukunft zu führen, ohne die Widersprüche unserer Zeit zu ignorieren und schließlich für eine Weile rückwärtsgewandt den Schritten von Menschen zu folgen, die verschwunden sind, ohne uns in die Monotonie der Abwesenheit zu verstricken.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

Die Redaktion

Inhalt

Brief aus Athen von Pantelis Boukalas

POLITIK

Europa, Russland und der Neue Kalte Krieg von Theocharis N. Grigoriadis

GESPRÄCHE

Von Kalambaka zum Bundesverdienstkreuz. Ein Gespräch mit loanna Zacharaki über Migration, Flüchtlinge und gelebte Solidarität

KULTUR

Alexandros Issaris – Von „Auf Wiedersehen” zu „Ich werde strahlend zurückkehren” von Vassilis Vafiadis

HOMMAGE

Karolos Papoulias (1929-2021).

Interview mit dem “Kölner Stadtanzeiger” (2019)

Erinnerung an einen Freund in schwierigen Zeiten von Danae Coulmas

Über Karolos Papoulias von Bundespräsident a D. Joachim Gauck

GESCHICHTE

Evangelos Doublis – Dragoman der Deutschen im zerstörten Smyrna 1922 von Andrea Schellinger

TEXNH / KUNST

Der Künstler Aris Kalaizis im Dialog mit Giorgos Laios

LITERATUR

Das griechische Nationaltrauma von 1922. Seine Darstellung in deutschen Übersetzungen griechischer literarischer Texte von Birgit Hildebrand

Ich bin alles, was ich vergessen habe von Ilias Maglinis

BÜCHER