25. Januar 2024

Pontische Spurensuche

Von editorial team

Am Samstag, 17. Februar 2024 fand die Veranstaltung “Pontische Spurensuche” in Berlin statt. Sie wurde  von Exantas und dem Verein der Pontier und Pontierinnen in Berlin “I Ipsilantides” gemeinsam organisiert.

In 2023 wurde der Vertrag von Lausanne 100 Jahre alt, der unter anderem die heutige Grenze zwischen Griechenland und der Türkei festlegte. Er sah auch einen Bevölkerungsaustausch zwischen beiden Ländern anhand der Religionszugehörigkeit vor, mit der Konsequenz, dass etwa 1,2 Millionen Christen, deren Vorfahren seit Jahrtausenden in Kleinasien ansässig waren, sowie ca. 400.000 Muslime, die in Griechenland gelebt hatten, ihre Heimat verlassen mussten. Die Verfolgungen der christlichen Minderheiten in Kleinasien während des Ersten Weltkrieges sowie der griechisch-türkische Krieg 1920-22 haben in beiden Ländern tiefe Wunden hinterlassen und sind eine der Ursachen der heutigen Spannungen. Vielen Deutschen sind diese Ereignisse nicht oder nur ganz oberflächlich bekannt.

Unsere Gäste waren:

  • Maria Topali, Schriftstellerin, Athen und
  • Mirko Heinemann, freier Journalist, Berlin

Beide Autoren/innen, die mütterlicherseits aus der Schwarzmeerregion (griechisch: Pontos) stammen, haben in ihren Büchern die Vertreibung der Pontos-Griechen/innen und ihre eigene Suche nach ihren Wurzeln literarisch aufgearbeitet.

Maria Topali studierte Jura in Athen und Frankfurt/Main (Daimler-Benz Stipendiatin). Sie ist Schriftstellerin, Lyrikerin, schreibt Kritiken und übersetzt deutsche Literatur. Ihr Buch „Die Wurzeln lang ziehen“ ist 2022 im Edition Converso-Verlag erschienen.

Mirko Heinemann studierte Publizistik, Politikwissenschaft und Ethnologie in Berlin und arbeitet als freier Journalist und Redakteur in Berlin mit den Schwerpunkten Wirtschaft, Kultur und Technologien. 2019 ist sein Buch „Die letzten Byzantiner“ im Ch. Links-Verlag erschienen.

Die Diskussion moderierte Martin Knapp.